Ich, Josh, mit meinem Stoffhund in der Küche

Seit meinem letzten Eintrag ist fast ein Jahr vergangen und in meinem Leben hat sich Vieles verändert. Vieles, was mich und Herrchen traurig gestimmt hat, ist geschehen. Und die tragischen Ereignisse der letzten 12 Stunden haben Herrchen dazu veranlaßt sich an den PC zu setzen und zu berichten über unser Leben - “warum” … weil Sie da sind und ich, Josh, in diesen schlimmen Stunden nicht bei meinem Herrchen sein kann; Ich damit eine Brücke schlagen möchte damit diese Zeit erträglicher für mich und auch ihn ist.

So gebe ich in Kurzform einen Überblick des vergangenen Jahres: Während ich meiner Liebhaberei, dem Schwimmen und Stöckchen holen weiter nachging, hatte Herrchen mehrere Unfälle, die Dauerfolgen nach sich zogen. Heute ist Herrchen bescheinigter Invalide und ein Ausgangspunkt, ein Unfall 2003 bei der verdeckten Recherche in einem illegalen Bordell in dem Menschenhandel betrieben wurde, wird heuer offensichtlich zu einer Wende bei den behördlichen Ermittlungen führen. Nein, nicht weil die Verbrecher endlich wegen ihrer Taten zur Verantwortung gezogen werden, sondern weil Herrchen dort gearbeitet hat und es zu einem Arbeitsunfall mit Dauerfolgen kam …

Ich mit meinem Stofftier

Mir fehlen die Stunden in denen wir gemeinsam durch die Wälder liefen. Heute kann Herrchen nicht mehr mit mir Laufen gehen, weil unter den Unfällen im letzten Jahr auch ein Bruch am rechten Fuß dabei war, der in einer Fehlheilung endete. Aber was mir richtigen seelischen Schaden zugefügt hat, war, daß im Juli 07 plötzlich sehr reges Treiben bei uns zu Hause einsetzte. Frauchen packte unerwartet viele Kartons ein. Ich war es gewohnt, daß immer wenn Frauchen mit dem Auto wegfuhr, sie nach einiger Zeit wiederkam. Als sie jedoch am 31. Juli mit den Kindern wegfuhr, vergingen die Stunden - es wurde dunkel - es kam die Nacht und es dauerte bis zum nächsten Vormittag, bis es an der Türe klingelte und Joyce zurückkam. Joyce ist das Töchterlein von Herrchen und Frauchen. Nadine, die zweite junge Dame ist das Mädchen aus erster Ehe von Frauchen.


Seit August lebe ich nun mit Joyce und Herrchen alleine - monatelang, bei jedem Auto das ich hörte, hoffte ich, daß es an der Türe klingeln würde und sie zurückkehren. Seit diesem Ereignis habe ich ein reales Problem mit dem Alleinsein. Selbst wenn Herrchen nur kurze Zeit zum Arzt muß, plärre ich mir die Seele aus dem Leibe, weil ich Angst habe, daß auch er plötzlich nicht mehr zurückkommen würde. Jedes Mal versichert er mir jedoch, daß ich, Josh, die einzige Konstante in seinem Leben sei, dennoch hat mich dieses Ereignis so tief verletzt. All denjenigen die meinen, daß eine Trennung von Herrchen und Frauchen für uns Hunde nicht so “bedeutend” wäre sei gesagt, daß ich, ohne der - Gott sei Dank - immer vorhandenen Zuwendung von Herrchen seelisch vor die Hunde gegangen wäre. Was uns verbindet und mir Stütze gegeben hat ist eine Liebe die nur ein Hundebesitzer verstehen und begreifen kann.

Unser Tagesablauf ist dann auch ein anderer geworden und wie alles im Leben, hat auch aus meiner Sicht der Auszug von Frauchen, besser gesagt Ex-Frauchen, denn mein Neues ist Joyce geworden, durchaus zumindest einen Vorteil: Jeden Morgen wenn Herrchen Joyce in die Schule begleitet, machen wir unsere erste Runde. Zwar langsam aber dennoch oftmals mit Stöckchenwerfen verbunden. Obwohl es damit auch etwas happert, da Herrchen im April 07 von einem unachtsamen Menschen eine Eisentüre auf die rechte Hand geschlagen bekam und auch dieser Unfall Dauerfolgen mit sich zog. (Darüber aber vielleicht später mehr).

Übrigens, die Photos hier sind von Herrchens Mobiltelefon und zeigen mich mit meinen Spielgefährten.

Heute war die erste Nacht, die ich getrennt von Herrchen im Tierspital verbringen mußte - ich hatte gestern am späten Nachmittag einen schrecklichen Unfall. Herrchen wartet jetzt auf den Anruf meiner Ärzte und hat mir versprochen Ihnen von den Ereignissen zu berichten - in meinem ganzen Hundeleben habe ich noch nicht so viel geweint …

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4 Antworten zu “Ein Jahr ist vergangen und so viel hat sich verändert”
  1. [...] man parallel in unterschiedlichen Gerichtsverfahren steht, die eigene Gesundheit unfallbedingt angeschlagen ist und somit die Berufung zur Ausübung des Journalismus zusätzlich [...]

  2. [...] meine kleine Welt zusammen. Ich winsle, heule und belle [das ist die Folge als wir von Frauchen verlassen wurden - ich lebe in der Angst, daß auch die verbliebenen Familienmitglieder nicht mehr [...]

  3. [...] seinem Leben. Und diese Beziehung, dieses gegenseitig füreinander da sein, hat sich durch den Auszug von Frauchen im August des vergangenen Jahres verstärkt. Ich war es, den er sich an seine [...]

  4. [...] Nach dem Weihnachtsfest, das wir auch nur noch zu dritt gefeiert haben, folgte nun das Osterfest. Was soll man da als Hund von sich geben, was noch nicht gesagt, geschrieben, gebellt oder gejault wurde? Feste und Feierlichkeiten wo Familien zusammen waren, kommen oder sind. Feucht werden meine Augen wenn ich an vorherige Osterfeste denke. Letztes Jahr hatten wir eine Einladung zur Schwester von Herrchen und dort kam der verbliebene Teil seiner Familie mit uns zusammen - da waren wir halt auch noch vollständig. [...]

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