Vorweg gibt es zwei erfreuliche Mitteilungen: Ich fresse wie ein Scheunentor und die Veterinärmedizinische Universität Wien hat für diesen ersten Spitalsaufenthalt die Kosten reduziert. Die erste Rechnung weist nun eine Summe von 717,31 Euro aus. Ich muß nun vorläufig, so lange meine Wunden noch nässen und ggf. bluten im Abstand von 2-3 Tagen zu meinem Tierarzt in Hainburg um den Verband zu wechseln. Herrchen hat ihn gleich angerufen als wir nach Hause kamen. Tierarzt Hofmann, den ich einfach Hofi nenne, hat erzählt, daß man ihn sogar aus der Klinik über die vorgenommene Operation informierte. Hofi fragte Herrchen, warum es denn 5 Tage gedauert hat bis man den Eingriff vornahm, worauf er antwortete: “Frag mich nicht, was ich wegen der Anzahlung durchgemacht habe“.

Bewegung in Form von Spazierengehen ist mir momentan gar nicht gestattet - geht auch gar nicht. Beim ersten Gassi gehen - und wir gingen wirklich nur ums Eck blutete ich an zwei Stellen. Ich lerne jetzt auf nur drei Pfoten zu humpeln damit ich mein implantiertes Bein nicht unnötig belaste. Herrchen trägt mich die Treppen und wenn mich meine Kraft beim Gassi gehen verläßt auch schon mal unter großer Anstrengung abschnittsweise am Gehsteig. Erfreulich ist mein Appetit - Herrchen meinte schon scherzhaft, ob ich dort nichts zu Fressen bekommen hätte. Natürlich schon, aber zu Hause in Gemeinsamkeit schmeckt es doch viel besser.

Mit der Medikamenteneinnahme ist das wieder eine andere Sache, na pfui, die Antibiotika schmecken grauslich. Irgend etwas muß sich Herrchen da eingefallen lassen haben. Er dreht sich so zwei Mal täglich in der Küche von mir weg - macht da hinterrucks irgend etwas mit meinem Futter - ich bin skeptisch - aber vielleicht hätte ich die Tabletten zuvor nicht so einfach vor ihm ausspucken sollen?


Brav vermelde ich wenn mich ein tierisches Bedürfnis zum Ausgang drängt. Das klappt einwandfrei und somit erspare ich mir unnötige Strapazen. Die Schmerzen sind mal schwächer, mal stärker. Wenn ich es gar nicht mehr aushalte, dann wimmere ich vor mich hin und dann ist mein Papa auch schon zur Stelle, streichelt mir sanft über den Kopf und spricht beruhigend auf mich ein. Die Schmerztabletten bekomme ich ein Mal täglich - interessant, die schmecken sogar gut!

Gestern habe ich auch schon wieder ein paar Stücke vom Apfel gefressen - der einzige Vorteil an meinem Zustand ist, daß ich nach allen Regeln der Kunst verwöhnt werde; Leckerli bis zum Abwinken! Sorge bereitet mir allerdings, daß Herrchens rechte Hand (Unfall) so stark angeschwollen ist und schmerzt, daß wir beide Schmerzmittel einnehmen müssen. Er dürfte mich wegen seiner eigenen Verletzungen gar nicht tragen - aber was soll ich Ihnen sagen - so ist das Leben …

Wir schlafen mehr als sonst und mit jedem Tag wird es hoffentlich besser. Wenn mich diese Stelle unter dem Verband nicht dauernd so beißen würde - meine Gegenwehr: schlecken ohne Ende. Mein Tip für gleichgelagerte Fälle bei Artgenossen: Laßt Euch bloß nicht dabei erwischen …

Ich lecke an meinem Verband - nur nicht erwischen lassen

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